Die Kapelle der Burg Lichtenberg

Tafel 2 Oberburg

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Ist mit diesem Gebäude hier die ehemalige Kapelle der Burg ge­fun­den? - Sicherlich wird diese nicht hier im Gewölbekeller gelegen haben. Vermutlich jedoch in dem zerstörten Raum darüber.

Archäologisch gesicherte Funde verweisen auf den Standort der Burgkapelle über dem Ton­nen­ge­wöl­be­kel­ler Nr. 5 ganz rechts am Torturm. Die Funde aus den Vorjahren, welche unmittelbar westlich des Torturmes und der an ihn anschließenden südlichen Mauer gemacht wurden, geben doch recht eindeutige Hinweise: Bemalter und vergoldeter Putz. Bleiruten und bemaltes Glas las­sen auf eine wichtige bauliche Einrichtung der Burg in un­mit­tel­ba­rer Nähe zum Torturm schließen.

Zu den reich ausgestatteten Räumen einer Burg zählten in erster Linie Bereiche wie der Palas und die Kapelle. Auch die örtliche Lage am Eingang zur Oberburg ist nicht ungewöhnlich (vgl. Burg Falkenstein im Ostharz oder die Burg Wohldenberg bei Sillium).

Nachträglich eingebautes Ton­nen­ge­wöl­be unter der Kapelle. Ganz rechts die Ringmauer der Kernburg. Die rote Linie zeigt die vermutete Ansicht der Kellerdecke. Der Raum wurde in Ost-West-Richtung angelegt.

Durch die Lage in der Nähe des Torturmes sollte der an­ge­nom­mene göttliche Schutz der Kapelle auch das Tor mit einschließen. Eine durchaus verständliche Maß­nahme wenn man bedenkt, dass das mittelalterliche Got­tes­ver­ständ­nis sich ganz entscheidend vom heutigen Verständnis unter­schied. Gott war stets präsent und hielt sicher seine schützende Hand über eine ihm geweihte Kapelle und die umliegenden Gebäude.

Figurenfunde auf dem Burggelände: Madonna (links) und Spielzeugritter

Ein weiterer Punkt, hier die Lage der Kapelle anzunehmen, ist die Ost-West-Ausrichtung christlich-sakraler Bauten, die auch hier ihre Anwendung fand.

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