Torturm

Holger Dussberg

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Man betritt die Kern-/Oberburg von Süden durch eine 9 m in den Burggraben vorgeschobene Torkammer, die einen Grundriss von 8,40 x 9,00 m2 und eine durchschnittliche Mauerstärke von 1,60 m aufweist. In dieser Kammer befand sich ein archäologisch nachweisbarer 0,60 m schmaler Durchlass, der mit einer kleinen "Klappbrücke" (?) versehen wohl in einem engen Zusammenhang mit der vor einigen Jahren in dem den Grabenbereich durchlaufenden Mauerzug entdeckten Pforte zu stehen scheint. Die in der "älteren" Literatur, als eine 3 m breite Ein-/Ausfahrt gedeutete Lücke ist lediglich als ein falsch restaurierter und damit interpretierter Baubefund anzusehen. Die Zugangssituation zur Kernburg ist nur zeitlich differenziert zu betrachten. Das der Torkammer heute leider nicht mehr sichtbare, aber bis vor wenigen Monaten archäologisch nachweisbare Mauerbanket diente nicht, wie ursprünglich angenommen, als Auflager der Zugbrücke, sondern ist als rein "statisches (?)" Bauelement zu deuten.

Bei der Ausgrabung im Jahre 1957 sollen aus dem Bauschutt im Bereich des Personendurchlasses ein schmaler, regelmäßig behauener Stein geborgen worden sein, der als oberer Sturz des kleinen Eingangs angesehen wurde. Fünf (?) rund bearbeitete Steine, die ebenfalls im Schutt nachgewiesen worden sein sollen, interpretierte man ehemals als rundbogiger großer Torsturz des Haupttores. Leider sind diese Bauteile nicht dokumentiert oder geborgen worden.

Foto: Wewetzer 1958: Zugang zur Kernburg mit Blick in den Burggraben, Stand 1958
Der Grabungsbefund 1997 belegt eindeutig, dass die Mauer bei der Grabung 1957 nicht sachgerecht saniert wurde. Die ursprünglich 3 m breite Baulücke, die bislang als Einfahrt bezeichnet wurde, war geschlossen. Hinter dieser Mauer befindet sich eine sogenannte Wolfsgrube. Dieser kleine Graben stellt ein zusätzliches Hindernis für den Angreifer dar.
siehe oben
Zugang zur Kernburg nach der Sanierung 2003.
Einfahrt zum Burghof mit deutlich sichtbaren Fahrspuren.