Die Vorburg

Pflastersteine im Bereich der Vorburg
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Längst nicht alle Burgen verfügten über eine Vorburg. Aber alle Anzeichen sprechen dafür, dass die Burg Lichtenberg eine Vorburg hatte.

Eine Vorburg verfügt im Prinzip über drei Funktionen:

Wie der Zwinger, ist sie Teil des Verteidigungssystems und soll die Angreifer möglichst (lange) vom Tor abhalten. Sie beherbergte alle die Funktionen, die in der Kernburg keinen Platz fanden, wie Pferdestall, Wohnraum für Personal, Lager für Naturalien.

Wehrbauten der Vorburg der Burg Lichtenberg

von Holger Dussberg

Wall-/Grabensystem

Auch die Vorburg wird von einem Wall-/Grabensystem fast vollständig umzogen. Vor dem südwestlichen Tor weist der Graben auch heute noch eine beträchtliche Tiefe auf. Der davorliegende Wall ist in diesem Bereich sehr weit vom Tor entfernt aufgeschüttet, öffnet so den Graben und hält damit einen großen Abstand zum Tor.

Ringmauer mit Torturm

Die Ringmauer umschloss mit 13 Halbrundtürmen und einem Halbrundtorturm den Geländeabsatz. Da diese Türme an der Innenseite offen sind, werden sie Schalentürme genannt. Diese Konstruktion bot einerseits den Vorteil, dass die Türme von innen leichter zugänglich waren, andererseits der Feind, der bereits die Ringmauer erklommen hatte, keinerlei Deckung zur Hofseite hin hatte.

Wenn man nun den südöstlichen Bereich dieses Wehrsystemes betrachtet, so ist auch hier der Graben an dem auf die Burg zulaufenden Scheitelpunkt des vom heutigen Großparkplatz ansteigenden Bergkammes sehr breit. Es liegt die Vermutung nahe, dass sich auch hier ein weiteres Burgtor befand. Merian (1654) bildete in seiner "Topographia Germaniae" an dieser Stelle einen weiteren Torturm ab.

Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Vorburg

Einige heute leider nicht mehr sichtbare Mauerreste geben einen Hinweis darauf, dass auch auf der Vorburg entsprechende Gebäude gestanden haben. Eine künftige Flächengrabung muss hierüber Aufschluss geben.